Arbeitsgebiet

Lageplan der Neuruppiner Innenstadt mit Kennzeichnung von Gebäuden zur Treppenforschung

Forschung zu den historischen Treppen in Neuruppin

Vier Ehrenamtliche arbeiten seit 2023 in Neuruppin am Forschungsprojekt „Historische Treppenforschung in Neuruppin“. Neben bereits angesprochenen Eigentümern und Bewohnern der Kreisstadt erfahren die Forscher große Unterstützung von den städtischen, kreislichen und Landesbehörden.

Warum Treppenforschung?

Alt- wie Neu-Neuruppiner wissen um die Brisanz der Geschichte ihrer Stadt von 1787.

Am 26. August 1787, einem Sonntag, kam es zu einer verheerenden Brandkatastrophe, ausgelöst von einer Selbstentzündung des frisch eingefahrenen Getreides im Scheunenviertel am Rande der Stadt.

Der unvergleichliche Wiederaufbau ist festzumachen an den zeitgenössischen Besonderheiten, die zugleich bis heute die Besonderheiten städtebaulicher Architektur sind:

  1. Stadtbrände gab es immer und vielfach. Der gerade ein Jahr amtierende König Friedrich Wilhelm II. von Preußen übernahm den Wiederaufbau in Memoriam an das „stille Asyl“ Neuruppin seines Onkels Friedrich II., der zwischen 1732 und 1740 teils hier lebte und Regimentskommandeur war.
  2. Der Wiederaufbau wurde von der obersten Baubehörde geleitet: Philipp Berson (Berlin) und Bernhard Matthias Brasch (Neuruppin) folgten dem Gedanken der Philosophie der Aufklärung, die die Bildung aller Menschen in den Mittelpunkt stellte.
  3. Dafür wurde die Stadt bis auf das kleine verschont gebliebene Viertel abgeräumt und eine neue, großzügige Struktur geschaffen. In Stein gebaut, winddurchlässig, feuerabwehrend durch drei Längsachsen, die exakt angelegte Querstraßen schneiden. Drei große Plätze bringen Luft und Licht in die Stadt.
  4. Im Mittelpunkt, dem Stadtzentrum, entstand die höchste Bildungseinrichtung der Stadt: 1365 als Lateinschule gegründet, war sie1790 der öffentlich errichtete Bau, der ein Jahr später als „Bürger- und Gelehrenschule“, das spätere Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, eröffnet wurde.

Was wird untersucht?

Etwa 500 Bürgerhäuser im heute so benannten klassizistischen Stil entstanden bis 1798, dem Enddatum des Wiederaufbaus.

Sehr viele der schönen Bürgerhäuser sind seit ihrem ca. 235jährigen bis heute erhalten, den Bedingungen derzeitiger Bewohner immer wieder angepasst, doch zeitig unter Denkmalschutz gestellt.

Zu den Details der Unterschutzstellung gehören neben originalen Türen und Fenstern v.a. auch die Treppen aus der Wiederaufbauphase der Stadt. Ihnen war bereits 1991 die nötige Aufmerksamkeit geschenkt worden, als deren „Verursacher“ der renommierte Treppenforscher und Potsdamer Ehrenbürger Prof. Dr. Friedrich Mielke (+2018) gilt.

Wie wird untersucht?

Das Bauwerk Treppe wird vermessen, vermaßt, gescannt, fotografiert, dokumentiert, digitalisiert und die Baugeschichte des einzelnen Hauses erforscht. Besonderheiten, einsehbare Veränderungen, Farbuntersuchungen nachvollzogen, um Vergleiche der Treppen untereinander und chronologisch zu dokumentieren.

Zielstellung

Ziel ist, eine Bestandsaufnahme der jetzt noch vorhandenen originalen Treppenhäuser aus der Zeit des Wiederaufbaus zu erstellen und diese in digitaler Form der Stadt, dem Kreis, dem Land und allen Interessierten öffentlich zu machen.

Im Jahr des 250. Geburtstages des in Neuruppin geborenen Architekten und Baumeisters des Klassizismus Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), dessen bis heute herausragendes Ergebnis der Treppenkunst die Eisenguss-Treppe im Turm des Schlosses Granitz bildet, soll das digitale Ergebnis übergeben werden.

Der Arbeitskreis „Historische Treppenforschung in Neuruppin“ hat seinen Sitz in der Schinkel-Gesellschaft, Fischbänkenstraße 8, am ehemaligen Wohnort des Kindes Karl Friedrich Schinkel.

Öffentliche Veranstaltung zum Thema:

12. November 2025, ab 14 Uhr zur Ausstellung im Kunstkiosk am Kunstkiosk in Neuruppin
12. November 2025, ab 14.45 bis 16.30 Uhr im Museum Neuruppin